Wirtschaftsverbände und Hauseigentümer besetzen die Podiumsseite komplett und wettern unisono gegen die Vorkaufsrechtsinitiative, respektive schimpfen ausschweifend gegen einen umfassend und gut recherchierten Leitartikel vom Samstag. Auch ich bin Unternehmer, Wohnungsvermieter und auch selbstständiger Architekt und erfahre damit tagtäglich die massivsten Sorgen und Nöte der Planungs- und Bauprozesse. Ich bin auch Mitglied von Wirtschaftsverbänden und Hauseigentümerverband, aber als ehemaliges Vorstandsmitglied der grösseren gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft Eigengrund und mit meinen Kenntnissen als Stadtrat auch Mitglied vom Initiativkomitee der Initiative. Dies nicht zuletzt, weil die Initiative zuerst einmal nur die Grundlagen schafft, damit eine Gemeinde bei Bedarf eine ortsspezifische Regel überhaupt schaffen kann. Ein Vorkaufsrecht greift zudem in keiner Weise in den Markt ein. Allenfalls in den Schwarzmarkt, weil dieser mit dem Risiko der«Übernahme des Handels» durch die Gemeinde dank des Vorkaufsrechts wegfällt. Nicht zuletzt muss der leer ausgegangene Kaufwillige für seine Aufwendungen umfassend entschädigt werden. Das Vorkaufsrecht ist damit, wie im Lei-tartikeltitel festgestellt, vor allem eine Chance – die Chance, dass der einstellige Prozentanteil von gemeinnützigen Wohnungen im Limmattal nicht weiter sinkt.

Lucas Neff, Mitglied Initiativkomitee, Dietikon