Es braucht keine Verschärfungen für den Zivildienst
Leserbrief in der Limmattaler Zeitung vom 2. Mai 2026
Solange junge Menschen nach der Rekrutenschule gezwungen werden, die Unteroffiziersschule zu absolvieren, solange Soldaten in den Wiederholungskursen unterfordert und gelangweilt sind, hat das Militär ein grundsätzliches Problem. Dieses kann weder durch Milliardeninvestitionen in Rüstungsgüter noch durch die Schwächung des Zivildiensts gelöst werden. Denn solange Soldaten unmotiviert Dienst leisten, ist dies das grösste Risiko für unser Land. Im schlimmsten Fall wählen sie den «blauen Weg», lassen sich also von einem Arzt als dienstuntauglich beurteilen. Dann haben sowohl das Militär wie auch der Zivildienst verloren. Genau das wird passieren, wenn das neue Zivildienstgesetz angenommen wird: Junge Personen werden sowohl im Militär, wie auch im Zivildienst fehlen – mit verheerenden Folgen für unsere Gesellschaft: Tausende Zivildienstleistende werden in Altersheimen, Spitälern, Schulen, im Naturschutz und in der Landwirtschaft fehlen – also überall dort, wo bereits heute Personalmangel besteht. Es braucht keine Verschärfungen beim Zivildienst, sondern zeitgemässe Reformen beim Militär! Deshalb stimme ich Nein zum neuen Zivildienstgesetz. Andreas Wolf, Dietikon