Unter dem Slogan «Freie Fahrt (freies Parken) für freie Bürger » aus längst vergangenen Autopartei-Zeiten haben SVP,
FDP und EVP das Referendum gegen die neue Parkierverordnung ergriffen, die von der GPK ausgearbeitet und vom Gemeinderat abgesegnet wurde. Worum geht es ihnen? Denn es werden ja keine Parkplätze aufgehoben. Aber natürlich, es geht ums Geld! Sie wollen nämlich ihre Privilegien behalten und weiterhin gratis eine öffentliche Dienstleistung nutzen, nämlich für die erste halbe Stunde Parkieren und für mehr als die Hälfte des Tages in der blauen Zone nichts bezahlen sowie auch nicht den Preis von zwölf Monaten für eine Jahresparkkarte. Das ist erstens gegen die ökonomische Logik, dass die Nachfrage nach einem knappen Gut (hier der öffentliche Raum) einen angemessenen Preis haben sollte, und zweitens gegen die Fairness gegenüber zu Fuss Gehenden und Velofahrenden.
Der öffentliche Raum gehört allen, das Besetzen von bis zu zehn Quadratmetern pro bunt lackierter Blechkiste muss nicht subventioniert werden. Zudem ist die Kapazität an privaten Parkplätzen, unter anderem in Parkhäusern, ebenfalls gross, aber natürlich auch nicht gratis. Etwas weniger Autos im öffentlichen Raum wären übrigens ein Schritt zu weniger Dichtestress in der Stadt. Obschon: Weniger Parkplätze gibt’s wegen der neuen Verordnung ja eben nicht. Auf jeden Fall: Ja zur neuen Verordnung und Nein zum egoistischen Referendum.
Beat Hess, Grüne Dietikon