Eine Frage der Fairness und des Respekts
Die Kritik an der neuen Parkierverordnung verkennt den Kern der politischen Entscheidung.
Leserbrief von Gemeinderat Beat Hess vom 22. Dezember 2025
Es geht nicht um Ideologie, sondern um eine faire Nutzung des öffentlichen Raums und um einen demokratisch ausgehandelten Kompromiss. Zunächst zu den Gebühren: Der Gemeinderat hat bewusst einen Rahmen von 1 bis 4.50 Fr. pro Stunde festgelegt. Dieser Spielraum dient einer differenzierten, bedarfsgerechten Bewirtschaftung. Die Behauptung, es würden flächendeckend Höchsttarife verlangt, ist irreführend. Dass der Stadtrat den Maximalbetrag erheben wird, ist weder beschlossen noch realistisch. Zweitens wird der enorme Flächenverbrauch des Parkierens ausgeblendet. Dietikon zählt rund 2300 Parkplätze auf öffentlichem Grund. Bei rund 10 Metern pro Parkplatz sprechen wir von zehntausenden Quadratmetern öffentlicher Fläche, die exklusiv für die Autofahrenden reserviert ist. Man darf doch erwarten, dass dieser Raum massvoll und verantwortungsvoll bewirtschaftet wird. Drittens ist klar festzuhalten: Die Parkierverordnung ist ein politischer Kompromiss, von der GPK lange beraten und im Gemeinderat verabschiedet. Kompromisse sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von politischer Verantwortung. Aus grüner Sicht ist die Parkierverordnung ein lenkendes Instrument: Weniger Suchverkehr, mehr Lebensqualität, mehr Sicherheit und ein Stadtzentrum, das für alle funktioniert – auch für das lokale Gewerbe. Dauerhaft gratis oder sehr günstiger Parkraum auf öffentlichem Grund ist weder sozial gerecht noch zukunftsfähig. Dietikon wächst. Wer die Augen vor dieser Realität verschliesst, löst keine Probleme. Die Parkierverordnung ist ein pragmatischer Schritt hin zu einer Stadt, die den öffentlichen Raum fair verteilt und verantwortungsvoll nutzt.
Beat Hess, Die Grünen Dietikon